Die Kirche in Ballingshausen hat gleich zwei Namenspatrone: den Apostel Bartholomäus, dessen Martyrium auf dem rechten Seitenaltar dargestellt wird und den heiligen Bischof Dionysius, der auf dem Deckengemälde zu sehen ist. Das Patrozinium wird in Ballingshausen am 24. August begangen, dem Gedenktag des Heiligen Bartholomäus. Pfarrer Kai Söder zelebrierte dazu mit zahlreichen Gläubigen eine feierliche Abendmesse, die Christine Bauer an der Orgel musikalisch begleitete. Auch zwei Lieder zu Ehren des Märtyrers wurden gesungen.
In seiner ansprechenden Predigt nahm Pfarrer Söder Bezug auf die bekannte Figur des enthäuteten Bartholomäus im Mailänder Dom. Die Haut, die über seiner Schulter liegt, ist keine Trophäe, sie ist ein abgelegtes Kleid. An der Person Nathanael, der mit Bartholomäus gleichgesetzt wird, wird deutlich: Jesus kennt ihn bereits mit all seinen Fragen, Zweifeln und verborgenen Seiten - und ruft ihn trotzdem in seine Nachfolge. Die Figur des Bartholomäus wird so zum Bild dafür, dass wir vor Gott keine Fassade aufrechterhalten müssen. Wer sich von Gott gesehen und angenommen weiß, muss sich nicht mehr hinter einer „Haut“ oder einer Fassade verstecken. Glaube bedeutet, darauf zu vertrauen, dass wir nichts verbergen müssen, weil wir bereits von Gott gesehen und angenommen sind. Am Ende steht deshalb die persönliche Frage: „Was möchte ich ablegen und heute Jesus anvertrauen?
